Projekt Bachforellensterben Rheintal

- Offizieller Versuchsstart am 30. Mai 2005, 11:00, ARA Wartau, SG -


Bachforellensterben wird untersucht

Ab Ende Mai bis im Herbst wird am Mühlbach bei Wartau erneut ein Versuch mit Bachforellen durchgeführt. Er soll mithelfen, die Gründe für das Verschwinden dieser Fischart im Mühlbach und in den St.Galler Binnenkanälen im Rheintal zu ermitteln. Der Versuch baut auf den Erfahrungen des Expositionsversuchs 1999 am Mühlbach und auf neuen Erkenntnissen von umfangreichen Untersuchungen an bayrischen Gewässern auf.

Mühlbach bei Wartau

In verschiedenen voralpinen Flüssen in Bayern wird seit einigen Jahren wiederholt festgestellt, dass Bachforellen, die in Flusswasser gehalten werden, jeweils zwischen Sommer und Herbst innert kurzer Zeit sterben. Die Fische zeigen Anzeichen einer Schädigung des Immunsystems und massive Veränderungen an den inneren Organen.

Forellen sterben regelmässig im Herbst
In einer aufwändigen Versuchsanlage an der Iller bei Kempten trat das herbstliche Bachforellensterben im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge auf. Speziell dabei ist, dass ausschliesslich Bachforellen sterben, während andere ebenfalls als anspruchsvoll geltende Fischarten wie Äschen oder Regenbogenforellen nicht betroffen sind. Bachforellen, die im Wasser lebten, das mit UV-Strahlung behandelt wurde und solche, die im verdünnten Ablauf einer Kläranlage gehalten wurden, blieben ebenfalls gesund.

Keine Bachforellen mehr im Mühlbach
Im Mühlbach gibt es seit Ende der 80er-Jahre praktisch keine Bachforellen mehr. Eingesetzte Tiere konnten nach einigen Monaten nicht wieder gefunden werden. Im Expositionsversuch, der 1999 am Mühlbach durchgeführt wurde, starben die Bachforellen ebenfalls innert weniger Tage im September. Als Ursache vermutete man damals schädliche Wasserinhaltsstoffe, ohne diese jedoch benennen zu können.

Gleiche Ursachen in Bayern und im Rheintal?
Mit dem diesjährigen Versuch soll nun aufgezeigt werden, ob das Bachforellensterben am Mühlbach wieder auftritt, und wenn ja, ob die Fische die gleichen Krankheitssymptome aufweisen wie in Bayern. Zu diesem Zweck werden Bachforellen und Regenbogenforellen in getrennte Behälter gesetzt, die mit Bachwasser gespeist sind. Schon vor einem möglichen Sterben im Herbst werden zu verschiedenen Zeitpunkten Fische entnommen und ihr Gesundheitszustand von Spezialisten in Bayern untersucht.

Breite Trägerschaft
Der Versuch läuft unter der Verantwortung von Fischnetz+, einem Nachfolgeprojekt des gesamtschweizerischen Projektes Fischnetz. Er wurde in enger Zusammenarbeit mit dem BUWAL, dem Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft sowie dem Fischereiverband Bayern vorbereitet. Das Amt für Jagd und Fischerei, das Amt für Umweltschutz und die Betriebsleitung der ARA Wartau übernehmen die Organisation und Begleitung vor Ort.

Versuchsanlage in der ARA Wartau

Über den Verlauf des Versuchs wird im Herbst berichtet. Die detaillierten Ergebnisse werden voraussichtlich im Frühjahr 2006 vorliegen.

Weiterführende Auskünfte erhalten Sie über das Sekretariat des Amtes für Umweltschutz, Abteilung Umweltressourcen: 071 229 21 10.

Weitere Informationen sowie stets aktuelle Bilder aus dem Bachforellentrog finden Sie unter:
www.afu.sg.ch
www.ara-wartau.ch

Medienmitteilung als pdf Versuchsschema
Zusammenfassung bayerische Versuche weitere Fotos



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