Medienmitteilung zum Versuch "Bachforellensterben Rheintal"

 

Die Ergebnisse lassen auf eine Erholung hoffen

 

Seit Jahren weisen der Mühlbach und der Werdenberger Binnenkanal extrem niedrige Bachforellenbestände auf. In einer Untersuchung von Mai bis November letzten Jahres wurde am Mühlbach bei Wartau überprüft, ob ein Zusammenhang mit dem regelmässig im Herbst zu beobachtenden Bachforellensterben in Südbayern besteht. Im Gegensatz zu einer ähnlichen Untersuchung aus dem Jahr 1999 konnten 2005 keine Parallelen festgestellt werden. Es zeichnet sich sogar eine zaghafte Erholung der Bestände im Binnenkanal ab.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt stellt seit einigen Jahren in verschiedenen voralpinen Flüssen Bayerns in einem kurzen Zeitraum zwischen Sommer und Herbst ein massiertes Bachforellensterben fest. Im Herbst 2005 geschah dies zum sechsten Mal in Folge. Die Fische zeigen Anzeichen einer Schädigung des Immunsystems und massive Veränderungen an den inneren Organen. Gewebeproben von Bachforellen aus dem Mühlbach bei Wartau im Kanton St.Gallen, die aus einem 1999 durchgeführten Versuch stammen, ergaben erstaunliche Parallelen. Die festgestellten Organveränderungen wie auch die Befunde über Todeszeitpunkt und Verlauf des Sterbens zeigen grosse Ähnlichkeit mit den bayerischen Ergebnissen. Es ist davon auszugehen, dass das Bachforellensterben vom Herbst 1999 im Mühlbach ähnliche Gründe hatte wie jenes in den bayerischen Gewässern.

Von Mai bis November 2005 wurde ein erneuter Versuch am Mühlbach durchgeführt. Bachforellen und Regenbogenforellen wurden in getrennte, mit Bachwasser gespiesene Behälter gesetzt. Zu verschiedenen Zeitpunkten während der Versuchsdauer untersuchten Spezialisten des Bayerischen Landesamts für Umwelt den Gesundheitszustand der Fische. Anders als im Jahr 1999 starb 2005 im ominösen Zeitraum keine einzige Forelle; die Gewebeproben zeigten auch keine Organveränderungen. Seit dem letzten Jahr können an einzelnen Stellen im Mühlbach bzw. im Werdenberger Binnenkanal sogar wieder Bachforellen gesichtet werden.

Weitere Kontrollabfischungen geplant

Um die allfällige Verbesserung der Bachforellen-Bestände zu dokumentieren, werden dieses Jahr Kontrollabfischungen am Mühlbach und am Werdenberger Binnenkanal durchgeführt. Unter anderem sind Befischungen vor und nach dem Sterbezeitraum im September geplant, um feststellen zu können, ob der Bachforellenbestand sich in dieser Periode signifikant verändert.

Neueste Befunde des deutschen Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit haben unterdessen Hinweise auf eine virale Infektion als Ursache des Bachforellensterbens in bayerischen Flüssen ergeben. Viruserkrankungen bei Fischen sind für den Menschen ungefährlich, allerdings sind Fische mit offensichtlichen Krankheitssymptomen für den Verzehr ungeeignet.

Hinweis an die Redaktionen:

Für Medienauskünfte stehen zur Verfügung:

– Marion Mertens, Fischnetz+, Tel. 061 267 04 02

– Roland Riederer, Amt für Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, Tel. 071 229 31 23, www.afu.sg.ch


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